Der grosse Impact des kleinen Wörtchens "aber"

Der grosse Impact des kleinen Wörtchens "aber"

Diesen Blog-Beitrag will ich dem kleinen Wörtchen "aber" widmen. Denn dieses Kerlchen hat es in sich und seine Wirkung wird oft unterschätzt. 

Starten wir mit einigen Beispielen:

  • "Ich bin mit dir einverstanden, aber …"
  • "Ich weiss ja, dass du Recht hast. Aber …"
  • "Ich sehe das auch so, aber …"
Was passiert da genau? Immer das gleiche: Im ersten Satzteil stimmen wir unserem Vis-à-Vis zu. Und im zweiten Satzteil? Tja, da geben wir ihm oder ihr verbal schon fast eine Ohrfeige. Wir ziehen unsere erste Zustimmung zurück und sagen dann, was wir wirklich denken.

Ich lade Sie zu einem Selbstversuch ein:
Versuchen Sie mal einen Tag lang (darf natürlich auch länger oder für immer sein :-)) das Wort "aber" durch das Wort "und" zu ersetzen.
Sie werden merken, dass sich das "Und" zuerst sperrig anfühlen wird im Mund, weil wir diese "Aber"-Sätze so verinnerlicht haben. Nach einer Weile werden Sie aber merken, dass diese kleine Anpassung eine grosse Wirkung hat:
  • Ihr Vis-à-Vis wird sicher mehr verstanden und akzeptiert fühlen, denn plötzlich heisst es "ich bin mit dir einverstanden und möchte gerne ergänzen, dass …"
  • Auch Sie selber werden einen Unterschied bemerken. Das Wörtchen "und" versetzt uns nämlich nicht in eine Abwehrhaltung, sondern fördert unser "Sowohl-als-auch"-Denken. Sie werden also toleranter und offener für andere Meinungen sein und gewillt sein, Ideen zu kombinieren.
Mit Sprache kann man viel bewirken – sei es beim Führen von Menschen, in der Zusammenarbeit im Team oder auch in privaten Beziehungen. Es lohnt sich daher, ab und an seinen Fokus auf die eigene Sprache zu richten.

Viel Spass beim Ausprobieren!