Lasst uns duschen!

Lasst uns duschen!

Ich lese gerade das Buch «Was wir sind und was wir hätten sein können» von Gerhard Hüther. Es handelt davon, warum wir so sind wie wir sind und was wir auch noch hätten sein können. 

Und unter anderem schreibt Hüther darüber, was in unserem Gehirn passiert, wenn wir uns für etwas begeistern: Es werden dann nämlich ganz viele verschiedene Hormone und Botenstoffe ausgeschüttet. Das ist ja bekannt. Vielleicht weniger bekannt: Ein Kind erlebt diese freudige Hormon-Dusche täglich 20-30 Mal. Und wir Erwachsenen? Manche von uns erleben dies nur noch alle paar Wochen einmal. Das hat mich sehr zum Denken angeregt.

Wie kann das sein? Wie können wir so stark verlernen, das zu tun, was uns glücklich macht. So stark, dass wir nur noch alle paar Wochen (!) eine Hormon-Dusche bekommen. Ich mache mir gleich eine Liste mit meinen Hormon-Dusch-Momenten. Fazit: Ich könnte wieder öfters duschen!

 Ich lese weiter.

Der Autor legt dar, was wir denn brauchen, damit wir diesen Zustand fühlen können. Eigentlich sei es ganz einfach: Wir brauchen zum einen etwas, für das wir uns wirklich begeistern können und zum anderen brauchen wir Menschen, die diese Begeisterung mit uns teilen. Päng, 1 Satz, 1 einfache Anleitung.

Es spielt dabei keine Rolle, ob es sich um die Begeisterung über Briefmarken, die Freude an einem Marathon oder die Liebe zur Natur handelt. Hauptsache wir interessieren uns wirklich dafür – und wir haben Menschen um uns, die diese Begeisterung mit uns teilen. 

Ich für mich habe mir aufgrund dieser Buchlektüre fest vorgenommen, künftig wieder stärker darauf zu achten, dass ich – meiner dreijährigen Tochter gleich – täglich mehrere Hormonausschüttungen erleben darf aufgrund von Dingen die mich begeistern. Heute abend stricke ich mal wieder …

Was begeistert Sie?